Lesedauer: 7 min
Das Wichtigste in Kürze:
- 5% Deckung beschreibt den Anteil einer DIN-A4-Seite, der mit Tinte oder Toner bedruckt ist, z. B. bei einem kurzen Textdokument.
- Normen wie ISO/IEC 19752 und 19798 (für Laserdrucker) sowie ISO/IEC 24711 (für Tintenstrahldrucker) stellen einheitliche Messungen sicher.
- Druckerhersteller berechnen die Reichweite von Patronen basierend auf diesem Standard.
- Seiten mit mehr als 5% Deckung, wie bei Grafiken oder Bildern, verbrauchen entsprechend mehr Tinte oder Toner.
Inhalt
Was bedeutet 5% Deckung beim Drucken?
Die 5% Deckung beschreibt den Anteil eines DIN-A4-Blatts, der mit Tinte oder Toner bedruckt ist. Sie ist ein Standardmaß, das von Druckerherstellern genutzt wird, um die Reichweite von Druckerpatronen oder Tonerkartuschen zu bestimmen. Eine Seite mit 5% Deckung ist nur leicht bedruckt – in der Regel entspricht dies einem einfachen Geschäftsbrief oder einer kurzen E-Mail.
Ein DIN-A4-Blatt, das zu 5% bedruckt ist, hat eine geringe Abdeckung mit Text. Sobald jedoch längere Texte, Grafiken oder Fotos auf die Seite gedruckt werden, steigt die Abdeckung auf 10%, 20% oder mehr. Mit einer höheren Deckung wird auch mehr Tinte oder Toner verbraucht.
Warum verwenden Hersteller 5% Deckung als Maßstab?
Die 5% Deckung dient als Standard, um den Tinten- oder Tonerverbrauch vergleichbar zu machen. Hersteller wie HP, Canon und Epson geben die Reichweite ihrer Patronen basierend auf diesem Wert an, was es Ihnen ermöglicht, die Effizienz verschiedener Druckermodelle objektiv zu vergleichen.
Wenn eine Druckerpatrone für 1.000 Seiten angegeben wird, basiert dies auf einer 5% Deckung pro Seite. Dieser Wert dient jedoch als Referenz und spiegelt oft nicht den tatsächlichen Verbrauch wider, da viele Dokumente eine höhere Deckung aufweisen.
Die relevanten Normen: ISO/IEC 19752, 19798 und 24711
Damit die Angaben zur Reichweite von Druckerpatronen und Toner konsistent und nachvollziehbar sind, wurden internationale Normen entwickelt. Diese sind:
ISO/IEC 19752:
Diese Norm ist für monochrome Laserdrucker (schwarz-weiß) entwickelt. Dabei wird eine Testseite verwendet, die zu 5% mit Text bedeckt ist, um eine typische Bürosituation zu simulieren. Dies bietet den Nutzern eine verlässliche Grundlage, um die Reichweite von Tonerkartuschen unterschiedlicher Laserdruckermodelle zu vergleichen.

ISO/IEC 19798:
Diese Norm gilt für farbige Laserdrucker und legt fest, wie der Tonerverbrauch für jede einzelne Farbe (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) gemessen wird. Das Verfahren verwendet Testseiten mit Texten und Grafiken, um typische Farbdruckszenarien zu simulieren. ISO/IEC 19798 misst den Verbrauch aller vier Tonerfarben separat und berechnet die Reichweite entsprechend.

ISO/IEC 24711:
Diese Norm ist für Tintenstrahldrucker konzipiert und umfasst sowohl schwarz-weißen als auch farbigen Druck. Im Gegensatz zu ISO/IEC 19752 misst sie den Tintenverbrauch. Die Norm berücksichtigt den Verbrauch jeder einzelnen Farbe in einem Druckauftrag und ermöglicht so eine präzise Berechnung der Reichweite für Multicolor-Tintenpatronen.

Diese Normen sind für Sie als Nutzer wichtig, da sie sicherstellen, dass die von den Herstellern angegebenen Reichweiten auf einheitlichen, überprüfbaren Tests beruhen. Mehr Informationen über die einzelnen ISO Normen finden Sie unter iso.org.
Wie sieht eine Seite mit 5% Deckung aus?
Eine typische Seite mit 5% Deckung ist relativ einfach gehalten und enthält in der Regel nur Text. Bei einem Dokument mit einer Abdeckung von 5% handelt es sich häufig um eine Textseite, auf der etwa 150 bis 200 Wörter in normaler Schriftgröße (z. B. Arial 12 Punkt) gedruckt werden.
Seiten, die mehr Text, Bilder oder Grafiken enthalten, weisen eine deutlich höhere Deckung auf. Einfache Textseiten bleiben nahe bei der 5% Abdeckung, während farbige Präsentationen oder Dokumente mit vielen Bildern schnell eine Abdeckung von 20% oder mehr erreichen.
Zum besseren Verständnis:
- 5% Deckung: Einfache Textseite, ca. 150–200 Wörter.
- 10–15% Deckung: Text mit Grafiken oder einem Logo.
- 50% oder mehr: Farbdokumente oder Fotos.
Wie beeinflusst die 5% Deckung Ihre Druckkosten?
Die Deckung hat direkte Auswirkungen auf Ihre Druckkosten. Da Druckerhersteller ihre Reichweitenangaben auf der Basis von 5% Deckung machen, erhöhen sich die tatsächlichen Kosten, wenn Ihre Dokumente mehr als 5% der Seite bedrucken.
Angenommen, der Hersteller gibt an, dass eine Patrone für 1.000 Seiten reicht – das gilt nur, wenn die Dokumente, die Sie drucken, tatsächlich eine Deckung von 5% aufweisen. Sobald Grafiken, Bilder oder größere Textmengen hinzukommen, verbrauchen Sie entsprechend mehr Tinte oder Toner, und die Patrone hält deutlich kürzer.
Beispiele:
- Ein einfacher Textbrief bleibt bei einer Deckung von etwa 5%, sodass Sie mit der angegebenen Reichweite von 1.000 Seiten rechnen können.
- Ein Dokument mit Grafiken oder Bildern kann eine Deckung von 20% erreichen, was die Reichweite Ihrer Patrone deutlich verkürzt. Bei einer Deckung von 50% oder mehr (siehe Beispiel-Bild), kann die Reichweite sogar auf weniger als 200 Seiten sinken.
Warum die 5% Deckung entscheidend ist
Die 5% Deckung ist ein nützliches Maß, das es ermöglicht, den Tinten- und Tonerverbrauch objektiv zu vergleichen. Sie dient als Grundlage, um die Lebensdauer von Druckerpatronen zu berechnen. Doch in der Praxis wird bei vielen Druckaufträgen eine höhere Deckung erreicht, was bedeutet, dass die tatsächliche Reichweite von Druckerpatronen oder Tonerkartuschen häufig geringer ausfällt als die Herstellerangaben.
Durch die internationalen Normen ISO/IEC 19752, ISO/IEC 19798 und ISO/IEC 24711 erhalten Sie dennoch klare und verlässliche Informationen darüber, wie viele Seiten Sie mit einer Druckerpatrone erwarten können.
Um Ihre Druckkosten zu senken, lohnt es sich, auf die Deckung Ihrer Dokumente zu achten und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um den Verbrauch zu reduzieren.
